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  |  07. Oktober 2019

Vier deutsche Städte unter den Top 20 des E-REGI Index von LaSalle

München verteidigt Platz 5

Deutschland bleibt als Immobilienmarkt ein attraktives Ziel für Investments. Unter den 20 besten Städten im diesjährigen European Regional Economic Growth Index (E-REGI) von LaSalle Investment Management liegen vier deutsche. Der E-REGI Index bewertet Regionen und Städte Europas anhand umfangreicher Kriterien wie Wachstumspotenzial, Wohlstandsniveau sowie Geschäftsumfeld und identifiziert so die Regionen mit den besten konjunkturellen Wachstumsaussichten. Die deutschen Städte setzen sich in den Top-20-Rängen fest, sind aber punktuell etwas schwächer ausgefallen als noch im Vorjahr. Aufgrund der allgemeinen Konjunkturaussichten sind die kurzfristigen Wachstumsperspektiven in Deutschland leicht gedämpft. Weltweite wirtschaftliche Auseinandersetzungen und ein Rückgang im Export treffen vor allem den deutschen Industriesektor und führen zu einem leichten Rückgang des BIP im zweiten Quartal 2019. Dennoch bleibt der Ausblick auf die kommenden Jahre aufgrund der soliden inländischen Fundamentaldaten positiv.

Unter den besten 20 Städten Europas platzieren sich München (5), Stuttgart (11), Berlin (13) und Frankfurt (19). Dabei belegt München erneut einen sehr guten 5. Platz und erreicht in allen entscheidenden Kriterien Top-Werte. Auch Frankfurt zeigt eine ähnlich stabile Performance wie im Vorjahr. Die Main-Metropole ist zum dritten Mal in Folge in den Top 20 und wird künftig noch mehr davon profitieren, Deutschlands wichtigster Finanzplatz zu sein. Auch die in den letzten Jahren signifikant aufgewertete Innenstadt steigert die Attraktivität. Stuttgart hingegen ist als Autostadt stärker abhängig von der exportorientierten Fertigung als die anderen drei Städte. Daher ist in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg die wirtschaftliche Schwächephase deutlicher zu spüren; Stuttgart fällt im Ranking vom achten auf den elften Rang zurück.

Berlin hingegen bleibt deutsche Vorzeigestadt und steigert sich im E-REGI Index erneut um zwei Plätze. Innerhalb der letzten 15 Jahre verbesserte sich Berlin um 62 Plätze und gehört nunmehr seit 2016 zu den Top 20 im E-REGI Index. Die am schnellsten wachsende Großstadt Deutschlands profitiert von einem stärkeren BIP- und Beschäftigungswachstum sowie einem verbesserten Wohlstandsniveau. Die erfolgreiche Entwicklung der deutschen Hauptstadt spiegelt sich im starken Bevölkerungswachstum, das Berlins Attraktivität als Wohnraum untermauert und den Ruf als kreatives Technologiezentrum Deutschlands verstärkt. Um dem kontinuierlichen Zustrom an Bevölkerung gerecht zu werden, befindet sich die Stadt in einer anhaltenden, großräumigen Urbanisierung. Die steigende Nutzernachfrage, die vor allem von der Technologie- und Kreativwirtschaft, aber auch von Pharma- und Biotechnologieunternehmen getragen wird, hat zu einer Qualitätsverbesserung des Bürobestandes und einer nahezu vollständigen Vermietung in den zentralen Teilmärkten Berlins geführt. Diese Dynamik trug zu weiter steigenden Spitzenmieten bei, eine Tendenz, die seit etwa drei bis vier Jahren zu beobachten ist. Die sich ständig verändernde urbane Dynamik zwischen den einzelnen Teilmärkten blieb von Immobilieninvestoren nicht unbemerkt. Die Nettoanfangsrenditen für Spitzengebäude sind seit Ende 2010 um satte 220 Basispunkte gesunken, und die Immobilieninvestitionen in Berlin boomen weiter. Das Kapitalwachstum und die damit verbundenen Gesamtrenditen haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Die Aussicht für die nächsten Jahre bleibt vielversprechend.

Philip La Pierre, Head of Continental Europe bei LaSalle Investment Management, erklärt: „Der E-REGI Index belegt die weiter sehr guten Aussichten für Immobilieninvestments in den meisten Ländern Europas. In den 20 Jahren seines Bestehens hat sich gezeigt, dass die Prognosen des Index wertvolle Hinweise auf Investitionsentscheidungen liefern können. Er ist damit insbesondere in Zeiten, in denen die Unsicherheiten wegen zunehmender wirtschaftlicher und politischer Spannungen zunehmen, ein wichtiger Indikator, in den zahlreiche Quellen und Erkenntnisse aggregiert wurden. Mit Blick auf Deutschland spiegelt der Index sehr anschaulich die föderale Struktur wider – würde man die deutschen Städte aus den Top-20 als eine Region betrachten, läge dieses Konstrukt unangefochten auf Rang Eins vor London und Paris.“

Weitere Highlights des LaSalle E-REGI Index 2019:
• London verteidigt seine Spitzenposition im E-REGI Ranking zum dritten Mal in Folge. Damit hat die britische Hauptstadt zum elften Mal in der 20-jährigen Geschichte des Index die Spitzenposition inne. Trotz der Unsicherheiten um den Brexit hat sich London als widerstandsfähiger Markt im Index erwiesen. Fast alle britischen Städte verbesserten ihr Ranking aufgrund starker Beschäftigungsaussichten im Dienstleistungssektor. Im Falle eines No-Deal-Brexit würden allerdings alle Indexwerte im Vereinigten Königreich negativ betroffen sein, wobei die Auswirkungen in London am deutlichsten spürbar sein dürften.

• Paris belegt auch in diesem Jahr erneut den zweiten Platz in der Rangliste und erreicht seinen höchsten absoluten Wert. Die französische Hauptstadt führt bei LaSalles Humankapital-Indikator. Im Allgemeinen verbessern sich die französischen Städte im diesjährigen Index durch positivere Beschäftigungsaussichten im Zuge von Steuer- und Arbeitsmarktreformen, die auf eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren abzielen. Alle französischen Städte profitieren auch vom starken Abschneiden im Bereich Humankapital.

• Die nordeuropäischen Städte dominieren weiterhin das Spitzenfeld der Rangliste, begünstigt durch starke Werte im Bereich Humankapital und ein hohes Wohlstandsniveau. Stockholm kommt auf Platz 4, während Oslo den 6. und Kopenhagen-Malmö den 8. Rang belegen.

• Von allen europäischen Städten haben Bukarest, ein beliebter IT-Outsourcing Standort, und Moskau, dessen Beschäftigungsaussichten durch die Rentenreform verbessert wurden, in diesem Jahr die größten Fortschritte im Ranking gemacht und sind auf die Plätze 45 (+40) bzw. 49 (+48) gestiegen.

„In der 20-jährigen Geschichte des E-REGI-Index hat sich viel verändert. London hat sich trotz zahlreicher wirtschaftlicher Herausforderungen in den letzten zwei Jahrzehnten, vom Dotcom-Crash bis zur globalen Finanzkrise, immer an der Spitze des Index gehalten. Auch wenn das Ergebnis von Brexit zweifellos einen erheblichen Einfluss auf das Ranking Londons haben wird, hat die Stadt in den letzten zwei Jahrzehnten enorme Widerstandsfähigkeit bewiesen und ist in Sachen Größe, Flexibilität sowie Vielfalt und Kompetenzen der Beschäftigten nach wie vor einzigartig in Europa", sagt Simon Marx, Director Research & Strategy bei LaSalle,.
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